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auf der Homepage des Jugendorchesters DIE ARCHE. Wir sind wieder zurück aus Amerika!

Amerikakonzert (OVB vom 20.09.2016)

Reisen bildet nicht nur, Reisen schweißt auch eine Reisegruppe zusammen, und wenn es eine Musikergruppe ist, macht Reisen die Musik besser.

Das Orchester „Die Arche“ ist kürzlich von einer Amerika-Reise zurückgekehrt, das „Amerika-Konzert“ im wohlgefüllten verkleinerten Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum war folgerichtig eins der besten in der über 25-jährigen Geschichte dieses Jugend-Orchesters. Das Programm war recht üppig: Schuberts „Unvollendete“, die 9. Symphonie von Antonin Dvorak und das zweite Klavierkonzert von Sergei Rachmaninoff.

Der Orchesterklang ist kompakt, die Einsätze kommen gemeinsam, die Übergänge klappen, das Zusammenspiel ist perfekter geworden, die einzelnen Instrumentalgruppen hören aufeinander, der Konzertmeister gibt deutliche Führungshinweise: Das Jugendorchester ist auf dem Weg zu einem ernstzunehmenden richtigen Orchester. Sein Dirigent Rainer Heilmann kann mit Recht stolz sein auf diese Entwicklung.

Heilmann wählte meist recht bedächtige Tempi. Das kann für ein Jugendorchester gefährlich sein. Doch seine Musiker behielten immer die Spannung in der „Unvollendeten“ und gestalteten das immerwährende Singen im zweiten Satz immer wieder lebendig. Allenfalls fehlte die letzte Unerbittlichkeit bei den Orchester-Tuttis. Schon hier aber gefiel die ausdrucksstarke Oboe, und die Celli überzeugten mit Geschlossenheit und Sanglichkeit.

In Dvoraks 9. Symphonie, die ja sinnigerweise ebenfalls bei einem Amerika-Aufenthalt entstand, präsentierten sich auch die übrigen Instrumentalgruppen in bester Verfassung: Die Hornrufe kamen genau. Prächtig klang das Blech. Am Ende bliesen die Bläser ihr Triumph-Thema geradezu lustvoll auftrumpfend. Die Holzbläser artikulierten sehr beseelt, das Englischhorn, gespielt von der Oboistin, klagte sehr schön im Largo – obwohl die Gefahr des Zerfließens des Tempos hier gefährlich nahelag, da hätte Heilmann das Tempo doch ein bisschen anziehen müssen. Insgesamt hatte das Orchester den großen symphonischen Atem.

Den hatte das Orchester vor allem auch im Rachmaninoff-Klavierkonzert. Tief wühlten die Streicher in der russischen Gefühlsseligkeit, das ganze Orchester ließ es vollblütig strömen, gab sich dem russischen Seelendrama aber nicht rückhaltlos hin, sondern stellte es vor und aus.

Rachmaninoff hatte für dieses Klavierkonzert die Aufmunterung und positive Bestätigung eines Psychiaters gebraucht. Die junge Solistin Johanna Bufler aus Wasserburg brauchte dies nicht: Immerhin hat sie schon viele Preise gewonnen, darunter den Kulturförderpreis des Landkreises Rosenheim. In völliger Selbstsicherheit und bühnensicherer Souveränität trat sie auf und ließ nicht den geringsten Zweifel an ihrer pianistischen und musikalischen Kompetenz. Kraftvoll-entschlossen war schon der Beginn genauso wie der Mut zur großen Geste, zum großen Pathos. Johanna Bufler genoss die virtuosen Passagen, spielte sich mit den Glitzerkaskaden im Finalsatz, ließ die Phrasen aufblühen, leben und wieder abblühen, baute die Steigerungen klug auf, entfaltete sie und faltete sie wieder zusammen, leitete unmerklich mit Körpereinsatz das Orchester mit, entwickelte das Adagio in allergrößter spannungsvoller Ruhe und mit einem singenden Anschlag, konzertierte sehr schön mit der Flöte und der Klarinette und formte die Kadenz in transparenter Klarheit.

Für den jubelnden Beifall bedankte sich Johanna Bufler mit noch einem Rachmaninoff-Werk, dem Moderato in g-Moll aus den „Ètudes-Tableux“ op. 33: Sehr schön in aller Ruhe spielte sie dies ruhige Stück, empfindsam und emphatisch zugleich.

Die Zuhörer hatten einen vollgültigen Orchester-Konzertabend erlebt und bestätigten dies mit langem und anerkennendem Applaus.

DIE ARCHE in Amerika!

Wie bringt man 54 junge Musiker und ihre Instrumente nach New York und auch wieder zurück? Eine gewaltige Aufgabe für Rainer Heilmann, Leiter des Rosenheimer Orchesters „DIE ARCHE“ und seine Mitglieder. Doch die Einladung von Lisa Homann, Lehrerin und Leiterin des String-Orchestra an der Masuk Highschool in Monroe, war eine einmalige Gelegenheit, Amerika kennenzulernen und dort zu musizieren. Und so stellten sich alle den vielen Fragen, die es zu klären galt: Wie transportiert man die großen Instrumente wie Kontrabass, Cello und Tuba, entsprechen die Geigen, Bratschen, Fagotte und die dazugehörigen Bögen dem Washingtoner Artenschutzabkommen oder muss man das aufwendige und teure Verfahren für eine so genannte CITES-Erklärung für sein Instrument durchlaufen. „Die Puzzleteile fügten sich so nach und nach zusammen“, so Rainer Heilmann und irgendwie gab es für alles eine Lösung: Die großen Instrumente wurden ausgeliehen, die Geiger und Bratscher bekamen Carbon-Bögen, nur der Tubist musste sein Instrument aufgeben, da in USA kein geeignetes Leih-Instrument gefunden wurde.

Am Sonntag, den 4. September fliegt „DIE ARCHE“ dann tatsächlich nach Amerika. Bereits im Flugzeug wurde musiziert, Blechbläser, die ihre Instrumente im Handgepäck transportieren durften, gaben „Rosamunde“ zum Besten. Erste Station war New York und das „YMCA“ an der „Upper Westside“, direkt in Manhattan und nur fünf Gehminuten vom „Central Park“ entfernt. Eine tolle Lage für alle möglichen Erkundungen, wovon auch reichlich Gebrauch gemacht wurde. Auf dem Programm standen unter anderem der Besuch des „Ground Zero“ und das beeindruckende Denkmal für den 11. September, Staten Island und die Freiheitsstatue, das Museum of Modern Art und das Rockefellercenter. So waren die ersten beiden Tage gefüllt mit Sightseeing aber auch das Musizieren kam nicht zu kurz. Die Blechbläser verlegten ihre auferlegten Übungsstunden kurzerhand in den „Central Parc“ und nahmen dort ganze sechs Dollar ein! Die erste Probe war dann vor allem für die Kontrabassisten, die Cellisten und den Tubisten eine Herausforderung. Per U-Bahn und zu Fuß mussten sie ihre Instrumente zur „Harlem School of Arts“, das vor allem schwarze Kinder und Jugendliche besuchen, schleppen, und der eine oder andere hätte sich vielleicht gewünscht, doch lieber Flöte gelernt zu haben. Am Mittwoch wurde es endlich ernst, im Deutschen Konsulat spielte „DIE ARCHE“, vor circa einhundert geladenen Gästen in mehreren kleinen Besetzungen, da die Bühne für das gesamte Orchester nicht groß genug war. Auf dem Programm standen Mozarts Divertimento KV 136, die Capriol-Suite von Peter Warlock, Bläserstücke von Joseph Haydn, ein Schlagwerkstück mit Holzstäben und zum Schluss ein Bayrischer Jodler von den Blechbläsern, der besonders gut ankam. Die Kulturbeauftragte des Deutschen Konsulats Katja Wiesbrock-Donovan lud alle nachher zu einem kleinen Empfang ein und betonte, dass noch nie eine so große musikalische Delegation aus Deutschland in ihrem Haus gewesen sei.

Nächstes Ziel war New Haven im Bundesstaat Connecticut und das „Educational Center for the Arts“ (ECA), an dem Musik, Theater, Tanz, kreatives Schreiben und Kunst unterrichtet werden. Nach einer Probe gab es hier das erste große Konzert in voller Besetzung. Mozarts Divertimento KV 136, Franz Schuberts Unvollendete und vor allem Antonin Dvoraks 9. Symphonie wurden enthusiastisch beklatscht!

Am nächsten Morgen ging es weiter zur Masuk Highschool in Monroe. Dort lernten die Orchester-Mitglieder das Schulsystem kennen, und jeder bekam einen amerikanischen Partner-Schüler zur Seite. Einhellige Meinung: Eine amerikanische Schule wie aus dem Bilderbuch, wie man sie aus vielen Filmen kennt. Und vor allem ein riesiger Konzert-Saal, wo dann zusammen mit dem Masuk String-Orchestra die Titelmusik aus „Fluch der Karibik“ geprobt wurde, da waren um die einhundert Musikerinnen und Musiker auf der Bühne! Alle waren hochkonzentriert und setzten die Korrekturen des Dirigenten um, egal ob es sich um festen, durchsichtigen oder tänzerischen Klang handelte. So war es nicht verwunderlich, dass nicht nur das Publikum jubelte, sondern auch Rainer Heilmann sein Orchester lobte: "Den Mitgliedern der Arche gilt heute Abend mein größter Dank, denn das war mit Abstand das beste Konzert, das sie in Amerika gespielt haben und das ist nur möglich, wenn alle mitmachen und ihr Bestes geben!". Vor allem die klanglich intensiven und wunderbar ausgeführten Bläsersoli malten in Dvoraks 9. Symphonie den Zuschauern förmlich Bilder vor ihre inneren Augen und rissen sie mit.

Letzte Station war der Hammonassett-Beach, ein State-Park im Bundesstaat Connecticut mit endlosen Stränden, ein perfekter Abschluss der ereignisreichen Amerika-Woche. In New Haven und in Monroe war die Gruppe jeweils in Gastfamilien untergebracht. Alle schwärmten von den tollen Gesprächen, die zustande kamen, von der Freundlichkeit und von dem guten Essen. Fazit: Eine tolle Zeit für alle mit vielen Erfahrungen, menschlich und vor allem musikalisch.

Nach den drei Konzerten in New York, New Haven und Monroe werden die jungen Musikerinnen und Musiker der „ARCHE“ unter der Leitung von Rainer Heilmann auch in Rosenheim zu hören sein, und zwar am kommenden Samstag um 20 Uhr im Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim. Auf dem Programm ihres „Amerika-Konzerts“ stehen die 9. Symphonie „Aus der neuen Welt“ von Antonin Dvorak und das 2. Klavierkonzert von Sergej Rachmaninoff mit der aus Wasserburg stammenden Solistin Johanna Bufler. Karten gibt es im KuKo unter 08031-365 9 365.

Das für den 18. September im Rathaussaal Wasserburg angekündigte Konzert entfällt. 

Amerikanische Gäste beim Orchester DIE ARCHE

Bad Aibling – „Die gemeinsame Sprache ist nicht englisch oder deutsch, sondern vor allem die Musik“, das waren die Worte von Lisa Homann, Leiterin des Musik High School String Orchestra aus Monreo, Connecticut. Im Rahmen des Austausches gaben die beiden Orchester ein gemeinsames Konzert im Aiblinger Seniorenzentrum Novalis.

Dieses Schulorchester war zu Gast beim Rosenheimer Jugendorchester „Die Arche“.

Lisa Homann, gebürtige Deutsche, erzählte temperamentvoll von ihrem Leben als Musiklehrerin in den USA, wo der Musikunterricht völlig anders organisiert ist als in Deutschland. Die Kinder und Jugendlichen bekommen keinen privaten Einzel-Instrumentalunterricht wie hierzulande üblich. Damit werde die schulische Orchesterarbeit wesentlich erschwert. Aber Lisa Homann beweist: Es geht trotzdem. Mit sehr viel Engagement.

Die beiden jugendlichen Orchester boten eine Reise durch die Musikgeschichte vom Barock bis zur Gegenwart. Den Auftakt machte das Gastorchester mit einem Konzert von Vivaldi, dem ersten Satz aus Bachs Violinkonzert a-Moll (als Solist: Wenjay Lim) und einer interessanten thematischen Bearbeitung von Beethovens 7. Symphonie.

Mit symphonischen Glanz auf hohem Niveau überzeugte sodann die „Arche“ mit der beeindruckenden Interpretation der berühmten 7. Symphonie von Franz Schubert, der „Unvollendeten“.

Nach der Pause vereinten sich die beiden Ensembles zur klangschön gespielten Capriol-Suite des englischen Komponisten Peter Warlock.

Weitere amerikanische Komponisten des 20. Jahrhunderts brachten die jungen Musiker aus Connecticut dem Publikum näher: War Bernstein („I Want To Be In America“) noch allen bekannt, so hörten wohl die meisten Besucher Komponisten wie Jeremy Woolstenhulme und Kirt N. Mosier zum ersten Mal. Zum krönenden Abschluss begeisterte die von beiden Orchestern gemeinsam gespielte Filmmusik zu „Pirates Of The Carribean“ von Klaus Badelt. Der nicht enden wollende rhythmische Applaus zwang die Musiker geradezu zu einer kleinen Wiederholung als Zugabe.

„Rosenheim und Monreo – beide Städte können sich glücklich schätzen, Musikpädagogen wie Lisa Homann und Rainer Heilmann zu haben, die diesen für die jungen Leute bereichernden Austausch und das gelungene Konzert mit viel Arbeit und Herzblut möglich machten“, waren sich alle Beteiligten einig.

(OVB vom 21.04.2016)

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